Bonusmamas und Schuldgefühle: 7 Herausforderungen und wie du sie meisterst
Schuldgefühle sind die häufigste emotionale Belastung von Bonusmamas — und gleichzeitig die, über die am wenigsten gesprochen wird. „Ich wünsche mir manchmal, dass die Kinder nicht da wären” — solche Gedanken sind kein Zeichen von Versagen, sondern von Überforderung. Dieser Artikel zeigt dir 7 typische Auslöser und wie du damit umgehst.
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“Ich wünsche mir manchmal, dass es die Kinder nicht gäbe.” “Es tut mir so leid, dass ich die Kinder nicht lieben kann.” “Ich schäme mich dafür, dass ich die Kinder meines Partners anders als meine behandel.”
All das sind Sätze, die ich immer wieder von Bonusmamas höre. Und auch ich kenne sie. Diese sich selbst einzugestehen und dann laut auszusprechen, ist unglaublich schmerzhaft. Schuld und Scham begleiten sie und oftmals geht das Gefühl damit einher, nicht gut genug zu sein. Lass uns heute mal schauen, wie du mit diesen Gedanken umgehen kannst. Und weshalb es okay ist, dass du sie hast. Denn eines vorweg: In über 700 Coaching-Stunden mit mehr als 100 Bonusmamas habe ich gelernt - du bist damit nicht allein. Und es macht dich nicht zu einer schlechten Person.
Wann und warum spüren Bonusmamas Schuldgefühle?
- Weil sie sich manchmal wünschen, die Stiefkinder wären nicht da: Dieser Gedanke kann aufkommen, wenn die Beziehung zu den Stiefkindern herausfordernd ist oder die Stiefmutter sich überfordert fühlt.
- Wenn sie ihre eigenen Kinder bevorzugen: Stiefmütter sorgen sich oft, dass sie ihre biologischen Kinder besser behandeln als ihre Stiefkinder.
- Wenn sie die Stiefkinder nicht lieben können: Manche Stiefmütter fühlen sich schuldig, wenn sie nicht die gleichen Gefühle für ihre Stiefkinder entwickeln wie für ihre eigenen Kinder.
- Wenn sie Zeit für sich brauchen: Stiefmütter können sich schuldig fühlen, wenn sie Zeit für sich selbst einfordern und nicht ständig für die Familie da sind.
- Weil sie den Stiefkindern Grenzen setzen: Sie befürchten, dass die Stiefkinder sie dann nicht mögen oder dass sie als “böse Stiefmutter” wahrgenommen werden.
- Wenn sie mit der leiblichen Mutter in Konflikt geraten: Stiefmütter möchten oft nicht als Störfaktor in der Beziehung zwischen den Kindern und ihrer leiblichen Mutter gesehen werden.
- Aufgrund gesellschaftlicher Erwartungen: Stiefmütter spüren oft den Druck, perfekt zu sein und alles richtig zu machen, was zu Schuldgefühlen führen kann, wenn sie diesen Erwartungen nicht gerecht werden.
Dies sind nur beispielhafte Situationen, in denen Stiefmamis häufig von Schuldgefühlen berichten. Laut Patricia Papernow (2013) gehören Schuldgefühle zu den fünf zentralen Herausforderungen in Patchworkfamilien - sie sind kein individuelles Versagen, sondern ein systemisches Phänomen. Doch wie entsteht eigentlich das Gefühl der Schuld?
“Schuldgefühle sind der Beweis dafür, dass dir diese Familie nicht egal ist. Aber sie dürfen nicht der Preis sein, den du dafür zahlst, dazuzugehören.” - Sally Matthes, Coach für Bonusmamas

Woher kommen die Schuldgefühle als Bonusmama?
Aber wofür sind Schuldgefühle eigentlich gut? Psycholog_innen sehen in ihnen wichtige Funktionen. Sie signalisieren uns, wenn wir gegen unsere eigenen Werte verstoßen haben und motivieren uns, Verantwortung zu übernehmen und Beziehungen zu kitten. Schuldgefühle sind also grundsätzlich etwas Normales und sogar Nützliches.
Studien zeigen, dass die Stiefmutterrolle eine der emotional anspruchsvollsten Familienrollen überhaupt ist (Wednesday Martin, 2009). In Deutschland leben rund 1,1 Millionen Patchworkfamilien (Statistisches Bundesamt, 2024) - und in vielen davon kämpfen Bonusmamas still mit genau diesen Gefühlen.
Problematisch wird es, wenn die Schuldgefühle überhandnehmen und zu einer dauerhaften Belastung werden. Lass uns nun mal schauen, wie du mit ihnen umgehen kannst.

Wie gehst du mit Schuldgefühlen als Bonusmama um?
Kommunikation ist ebenfalls ein Schlüsselfaktor. Offene Gespräche mit dem Partner und den Kindern über Erwartungen, Bedürfnisse und Gefühle können helfen, Missverständnisse und Konflikte zu reduzieren. Ein weiterer hilfreicher Schritt ist die Selbstreflexion. Woher kommen meine Schuldgefühle? Sind meine Erwartungen an mich selbst realistisch? Projiziere ich eigene Ängste oder Erfahrungen auf die Situation? Indem man sich diese Fragen stellt, kann man lernen, besser mit Schuldgefühlen umzugehen.
Nicht zuletzt ist es wichtig, sich Unterstützung zu suchen. Der Austausch mit anderen Stiefmüttern, die ähnliche Erfahrungen machen, kann entlastend wirken. Auch professionelle Hilfe, etwa durch eine Therapie oder ein Coaching, kann sinnvoll sein, wenn die Schuldgefühle zu überwältigend werden. Wenn du merkst, dass dich Selbstzweifel immer weiter runterziehen, ist das ein klares Zeichen, dir Unterstützung zu holen.
Zusammenfassung
Schuldgefühle gehören für viele Bonusmamas zum Alltag - ob wegen Grenzen, Gefühlen oder dem Wunsch nach Zeit für sich selbst. Diese Gefühle sind normal und zeigen, dass dir die Familie am Herzen liegt. Entscheidend ist, dass du lernst, zwischen berechtigter Selbstreflexion und überzogenen Erwartungen zu unterscheiden. Offene Kommunikation, ehrliche Selbstreflexion und der Mut, dir Unterstützung zu suchen, sind die wichtigsten Schritte raus aus der Schuldfalle.
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